Abenteuer Sarajevo

Reiseberichte unserer Stipendiatinnen Natalie Loy und Maxi Heilmeier von Ihrem Aufenthalt in Sarajevo.

Abreise nach Sarajevo 23. August 2018

Natalie und Maxi, unsere Stipendiatinnen für Sarajevo, starten am 23. August 2018 vom Stuttgarter Flughafen in ihr Auslandspraktikum.
Unsere besten Wünsche begleiten sie!

Ein vielfältiges Programm erwartet sie:
Zunächst ein intensiver Sprachkurs in der Sprachschule bosnian2go! und: bevor es dann im Kindergarten „Kinder von Sarajevo“ losgeht, noch spannende Kulturausflüge in Begleitung einer erfahrenen und länderkundigen Reiseleiterin.

Geplant sind Ausflüge nach Mostar, an den Jablaničko See, nach Počitelj, einer kleinen, mittelalterlichen Stadt,  nach Jablanica, bekannt als Ort wo „ Die Schlacht über Neretva“ stattfand, es geht nach

Konjic mit Besuch der berühmten Altstadt, auch das Ethnodorf „Etnobegovo selo“ steht auf dem Programm sowie Visoko und die bosnischen Pyramiden.

Wir wünschen den  jungen Studentinnen gute Begegnungen, viele neue Eindrücke und dann ganz viel Freude mit den Kindern im Kindergarten!

Das Team der Bernstein Köllner Stiftung

Tag 1 Donnerstag, 23. August 2018

Unser Tag begann um 7:30 Uhr am Flughafen in Stuttgart. Hier haben wir uns gemeinsam getroffen mit unserer Familie und Frau Döring. Es wurden noch ein paar letzte Bilder gemacht, die Liebsten wurden noch einmal gedrückt und verabschiedet und dann ging es auch schon in den Flieger nach München, von dort weiter nach Sarajevo.
In Sarajevo angekommen, hat uns Denin, unser bosnischer Reiseführer und Begleiter in den nächsten Wochen, am Flughafen abgeholt. Doch leider haben es nicht alle geschafft in Sarajevo anzukommen,  unser Gepäck war  in München geblieben und kann erst am darauffolgenden Tag in Bosnien sein.

Gemeinsam mit Denin sind wir mit dem Auto durch Sarajevo gefahren. Hier konnten wir bereits unsere ersten Eindrücke sammeln. Denin ist super nett und total hilfsbereit. Ebenso weiß er unglaublich viel von der Stadt und konnte uns viel Neues erzählen. Er hat uns dann zu unserer Wohnung gefahren, wo wir die nächsten zwei Monate leben werden.

Wir lernten auch gleich unsere Vermieterin Mirna kennen, die zusammen mit uns hier wohnen wird. Auch sie ist sehr lieb und hilfsbereit und kann zu unserem Glück Englisch. Mirna hat uns die gleich die Wohnung gezeigt, auch unsere Zimmer im 5. Stock. Wir  waren wir überwältigt von der unglaublich schönen Aussicht.

Anschließend sind wir alle gemeinsam in die Altstadt von Sarajevo gelaufen. Dort haben wir unser Geld gewechselt und uns die nötigsten Utensilien, wie Zahnbürste und Deo besorgt.

Die Stadt ist unglaublich schön, mit vielen alten Gebäuden. Die engen Gassen und die hellen Gebäude wirkten auf uns sehr südländisch.

Allerdings waren wir war auch sehr erstaunt über die vielen Einschusslöcher in den Häusern. Der Krieg hat hier deutlich seine Spuren hinterlassen, doch die Einwohner versuchen diese Spuren zu beseitigen, wie uns Denin erklärte. Da die Menschen wollen, dass Sarajevo nicht nur deshalb besucht werden soll, sondern auch wegen ihrer Schönheit.

Als wir abends gemeinsam gekocht haben und zu Abend gegessen haben hörten wir den Gebetsruf des Imams.

Und ein paar Minuten später haben auch schon die Kirchenglocken geläutet.

Hier haben erstmals so richtig erfahren wie multikulturell diese Stadt ist, oder wie Denin sagte, das zweite Jerusalem.

Auf dem Balkon haben wir gemeinsam den Abend ausklingen lassen und konnten die unglaublich schöne Sicht auf Sarajevo genießen.

Tag 2 Freitag, 24. August 2018

Heute konnten wir unsere Koffer in Sarajevo vom Flughafen abholen. Denin begleitete und half uns.
Nachdem wir die Koffer geholt hatten,  tranken wir mit ihm zusammen noch einen typisch bosnischen Kaffee (bosanska kafa) und genossen dabei die schönste  Aussicht über Sarajevo.

Den restlichen Tag verbrachten wir damit, uns unser „neues Zuhause“ einzurichten.
Abends sind wir dann gemeinsam in die Stadt runter gelaufen, was zu Fuß nur fünf Minuten sind.
Die Altstadt von Sarajevo ist sehr belebt, überall gibt es Bars und Cafés, Restaurants und andere Einkaufsmöglichkeiten.
Wenn man durch die Altstadt läuft, kommt man an eine Markierung, die sehr bekannt ist. Sie zeigt den Kompass mit den Richtungen West and East und der Aufschrift “Sarajevo, meeting of cultures.”
Hier kommen die beiden Richtungen zusammen, auf der eine Straßenseite ist der westliche Stil vorhanden mit dem sozial-kommunistischen Baustil,währenddessen auf der östlichen der osmanische Baustil überwiegt.

Tag 3 Samstag, 25. August 2018

Um 10 Uhr  holte Denin uns ab und wir fuhren und wir fuhren insgesamt 3 Stunden mit dem Auto nach Mostar. Wir waren beeindruckt von der wunderschönen Landschaft mit den gewaltigen Bergen, die uns auf der Fahrt begleitet haben.

Nach 2 Stunden Fahrt hielten wir in einem kleinen Dorf in Herzegovina an und machten eine ausgiebige Pause.

Während wir typische bosnische Suppe aßen (Suppe mit Hühnerfleisch und Gemüse), erzählte uns Denin etwas von der bosnischen Geschichte.

Nach etwa 40 Minuten  Weiterfahrt kamen wir in Mostar an. Wir waren fasziniert von den süßen kleinen Wegen und Gässchen, die alle aus Stein gebaut worden sind, die diese Stadt einzigartig macht.

Das Wahrzeichen von Mostar ist die Brücke Stari Most. Sie ist 27 Meter hoch. Hier ist es Brauch, dass man von der Brücke runterspringt in das eiskalte Wasser um als Einwohner zu gelten.

Jährlich finden hier auch die Red Bull cliff diving Wettkämpfe statt, wo die Menschen von allen Ländern kommen um dort runterzuspringen. Auch wir hatten das Glück und konnten zweimal mitansehen, wie zwei junge Männer hinuntersprangen.

Selbst die Kleinsten üben schon den Sprung an einem 7 Meter hohen Felsen.

Gemeinsam mit Denin haben wir uns auch eine Moschee angeschaut.

Er erzählte uns über mehr die Religion und welche fünf Dinge es in einer muslimischen Stadt geben muss (Moschee, Glockenturm, Wasser, Hamam, Schule für islamische Philosophie und Theologie).

Abends aßen wir gemeinsam zu Abend in einem einheimischen Restaurant und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Tag 4 Sonntag 26. August 2018

Am Sonntagmorgen fuhren wir mit dem Auto weiter nach Po^citeli, eine mittelalterliche osmanische Stadt. Von einer kleinen Aussichtsplattform hatten wir einen unglaublich schönen Ausblick. Wir beiden genossen das sehr.

Nach einer kleinen Kaffeepause ging es weiter zu der größten Wasserquelle in Bosnien Herzegovina, Buna.
Auch hier waren wir wieder geplättet von der unglaublich schönen Landschaft. Wir fuhren mit einem kleinen Boot in die kleine Höhle der Flussquelle. Danach aßen wir zu Mittag nahe der Quelle. Es gab frische Forelle aus dem Fluss.

Nach dem leckerem Essen ging es wieder zurück nach Hause. Unterwegs hielten wir an einer eingestürzten Brücke an.

Die Brücke erbaute König Tito, doch sie wurde extra für einen Film gesprengt.

Sie gilt heute noch als Wahrzeichen und es wurde eigens ein Museum dafür errichtet.

Einen letzten kleinen Zwischenstopp, bevor es nach Bosnien zurück ging, gab es an einem Restaurant, wo wir einen typischen bosnischen Kaffee tranken.

Als wir nach Bosnien zurück kamen bemerkten wir plötzlich, wie kalt es auf einmal wurde. Während es in Herzegowina bis zu 40 Grad hatte. Hatte es in Bosnien nur noch 15 Grad.

Müde und erschöpft kamen wir in unserem neuen zu Hause an und wurden freudig erwartet.

Tag 5-9 27.8-31.8.2018

Intensiv Sprachkurs

Am Montag, den 27.8. war unser erster Tag in der bosnischen Sprachschule Bonien2Go.

Unsere Lehrerinnen erwarteten uns im 6. Stock der Sprachschule und begrüßten uns herzlich. Während dieser Woche lernten wir die Basics, um uns ein wenig verständigen zu können.

Jeden Tag lernten wir für drei Stunden intensiv die Sprache und machten jeden Abend brav unsere Hausaufgaben, an denen wir nicht nur einmal verzweifelt sind. Doch gegen Ende der Woche bekamen wir schon etwas Sicherheit und können uns nun schon einen bosnischen Kaffee bestellen. “Ja ´cu bosansku kafu molim Vas!”

Teilweiße war es für uns sehr schwierig die Sprache zu erlernen, da unserer Sprachlehrerin nur englisch sprechen konnte. Doch am Ende wurde es leichter und es machte immer mehr Spaß auf Bosnisch zu reden.

Ja sam Natalie. Ja imam dvadeset godine. Ja zivim u Sarajevu i radim u vrti´cu.
Ja sam Maxi. Ja imam dvadeset jedan godine, Ja radim u vrti´c u Sarajevu.
Nati: Dobor dan Maxi. Kako si?
Maxi: ´Cao Nati. Dobro hvala. A ti?
Nati: Hvala dobro. ^Sta ima?
Maxi: Ni^sta. A ti?
Nati: Hvala Ni^sta. Odakle si?
Maxi: Iz Njema^cke. A ti?
Nati: Ja sam iz Njema^cke. Hajamo na kafu u sabotu.
Maxi: Mo^ze. Vidimo se u sabotu.
Nati: Dovidenja.

Tag 10 Samstag, 1. September 2018

Heute trafen wir uns wieder mit Denin um gemeinsam mit ihm zu den bosnischen Pyramiden  zu besichtigen. Wir fuhren ungefähr 40 Minuten lang mit dem Auto in die Stadt Visoko. Hier befinden sich insgesamt drei Pyramiden. Der Berg Viso^cica, die Pyramide der Sonne, der Berg Plje^sevica, die Pyramide des Mondes und die letzte Pyramide ist die Pyramide des bosnischen Drachens. Die Berge sind im Alter von 12.000 bis 30.000 Jahre alt.

Wir befanden uns auf der Pyramide der Sonne. Gemeinsam mit einer deutschsprachigen Touristenführerin konnten wir in die unterirdischen Tunnel gehen und diese besichtigen.
In der Höhle hatte es nur 12,5 Grad was uns dort schon ziemlich kalt vorkam, doch am nächste Tag ließen wir uns eines Besseren belehren (dazu morgen mehr.).

Diese Tunnel gelten als sehr spirituell und heilend. Viele Menschen kommen hierher um Kraft zu sammeln und ihre Energie aufzuladen.
Nach der Führung sind wir gemeinsam in den angrenzenden Park gegangen, wo man noch mehr Kraft und Energie tanken kann.

Während des Rundweges trafen wir den schönsten Streuner, den wir bis jetzt gesehen haben. Er begleitete uns ein Stückchen.

Nachdem wir genug Energie in uns aufgetankt haben sind wir gemeinsam essen gegangen in ein kleines süßes Restaurant mitten im Wald. Hier bestellte uns Denin typisch bosnisches Essen, was unglaublich lecker war.

Tag 11 Sonntag, 2. September 2018

Heute fuhren wir wieder mit Denin zu der Sarajevo Flussquelle. Dort angekommen , konnten wir zunächst durch einen wunderschönen , unter Naturschutz stehenden, Park bummeln, anschliessend  tranken wir  einen Cafe in einem Restaurant. Nach unser kleinen Pause fuhren wir wieder stadteinwärts und holten Denins Frau Selma ab. Alle gemeinsam fuhren wir dann zur Höhle.

An der Höhle angekommen, sind wir ein paar Treppen runtergestiegen und wir merkten bei jeder Treppenstufe, dass es immer kälter wurde. In der Höhle ganz unten hatte es dann nur noch 5 Grad. Die Höhle hat insgesamt 4 Säle. Die schönste Höhle war für uns die Musikhöhle, denn in diesem Saal war die Akustik sehr schön. Deshalb haben hier schon viele Hochzeiten und Orchestermusik stattgefunden. Jedoch ein Konzert mit viel Vibrationen sind nicht erlaubt, da die Höhle sonst einstürzen könnte.

Wir konnten leider nicht sehr lange in der Höhle bleiben, da es einfach zu kalt war. Nach ca 15 Minuten waren wir wieder draußen. Wir wärmten uns kurz in der Sonne auf und liefen zurück zum Auto.

Der Weg zum Auto dauerte ungefähr 40 Minuten und glücklicher Weise kamen wir rechtzeitig am Auto an, denn 50 Meter bevor wir am Auto waren fing es an sehr stark zu regnen.

Ein wenig nass saßen wir dann lachend im Auto und konnten unser Glück noch nicht fassen.

Wir waren nach unserem kleinen Sprint alle sehr hungrig und beschlossen noch etwas zu Abend zu essen. Dafür fuhren wir wieder in die Altstadt von Sarajevo.

Wir aßen gemeinsam Burek und Pita. Burek ist Blätterteig mit Fleisch gefüllt und Pita ist die vegetarische Variante zum Beispiel mit Spinat und Käse. Beides schmeckt sehr lecker und ist empfehlenswert.

Nach einem langen aufregenden Tag ging es dann auch wieder nach Hause.

Erste Woche im Kindergarten Rosica

Unsere erste Woche im Kindergarten „Rosica“.

Wir würden sehr freundlich und herzlich von den Erzieherinnen empfangen und uns wurde erstmal der Kindergarten vorgestellt. Danach sind wir mit unserer Anleitung Selma in ihren Raum gegangen, wo schon etwa 20 Kinder auf uns warteten.

Wir waren überrascht, wie klein die Räumlichkeiten sind für so viele Kinder. Aber auch die Lautstärke in diesem Raum war für uns ungewöhnlich laut.

Nach dem Frühstück sind wir zusammen mit den Kindern zu dem angrenzenden Spielplatz gegangen. Die Kinder konnten sich hier austoben und spielen.

Um 11.30 Uhr gab es Mittagessen und anschließend gehen alle Kinder schlafen. Sobald alle Kinder eingeschlafen sind, treffen sich alle Erzieher in dem Pausenraum und machen gemeinsam Pause.

Wir haben nach unserem ersten Tag schon bemerkt, dass in diesem Kindergarten noch nach altem Verständnis gearbeitet wird. Die Kinder werden beispielsweise nicht Eingewöhnt.

Was uns anfangs überrascht hat, war das die Mediennutzung (Fernseher) sehr stark ist.

Als äußerst positiv ist uns das Essen in der Einrichtung aufgefallen. Jeden Tag gibt es ausgewogenes und frisch zubereitetes Essen von einer Köchin. Alle Erzieher essen mit den Kindern zu Mittag (nicht nur ein „Pädagogischer Happen“).

Abschlussbericht Kindergarten Roscia

Am 26. September war unser letzter Tag im Kindergarten. Als kleines Abschiedsgeschenk gab es für die Kinder als auch die Erzieher Rittersport Schokolade, worüber sich alle sehr gefreut haben. Wir haben gemeinsam mit den Kindern noch viel gespielt, dabei ist uns aufgefallen, dass wir zu den Kindern eine gute Beziehung aufgebaut haben, da sie uns ständig umarmt haben und immer wieder mit uns spielen wollten. Ebenso viel immer mal wieder der Satz, mit einem süßen Lächeln, Volim te Maxi, Natalie (Ich liebe dich, Maxi/Natalie). Was für uns sehr traurig war, dass sich keiner von uns verabschiedet hat, sondern alle gleich gegangen sind und niemand mit uns wirklich geredet hat. Abends sind wir gemeinsam mit den Kollegen noch auf die Teamsitzung gegangen, die hier etwas anders abläuft. Hier treffen sich alle Kindergartenkollegen der Gemeinde und die Psychologin leitet die Sitzung. Es werden die Themen besprochen für die kommenden Monate. Dabei werden auch die Themen vorgestellt, die im Kindergarten behandelt werden sollen, wie zum Beispiel mein Körper, meine Familie usw. Die Themen werden alle gleichzeitig in den Kindergärten behandelt. Die Erzieher dieser Gemeinde müssen alle zwei Jahre eine Ausarbeitung eines bestimmten Themas schreiben und vorstellen, was am Ende auch benotet wird. Außerdem werden sie alle zwei Jahre von Lehrern besucht. Dabei planen eine Aktivität mit den Kindern, was dann ebenfalls benotet wird.

Wenn diese Noten gut ausfallen wird auch der Gehalt erhöht.

Donnerstag, 27. September

Heute durften wir das erste Mal mit unseren Begleiterin Selma in einen anderen Kindergarten.

In dem Kindergarten empfing uns die Pädagogin und Psychologin Merijem der Gemeinde sehr herzlich. Merijem ist für alle Kindergarten der Gemeinde zuständig. Ihre Aufgabe ist die Koordination der Kindergärten, sie leitet die Teamsitzungen und ist zuständig für alles Formale. Aber sie geht auch als Psychologin in die Kindergärten und betreut verschiedene Kinder, für das sie leider aber sehr wenig Zeit hat, denn sie ist sehr viel im Büro.

Sie und Selma werden uns die nächsten zwei Wochen begleiten.

In der Einrichtung wo wir waren, war sehr viel Platz. Sie haben einen großen Essens Saal und 6 verschiedene Gruppenräume. Jede Gruppe ist altersspezifisch. Von 0,6 Jahren bis zum 6. Lebensjahr war alles dabei.

Wir durften in jede Gruppe hinein schnuppern. In der Zeit wo wir da waren, gab es viele Angebote, eine Gruppe hat für uns ein Tanz einstudiert andere haben mit verschiedenen Materialen ihre Familien dargestellt. Was uns sehr gefreut hat war, dass die Kinder uns die deutschen Zahlen vorzählen wollten.

Mit den sechs Jährigen haben wir ein deutsches Spiel (Ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm) gespielt.

Der Kindergarten hat ein besonderes System im Umgang mit Verhaltensregeln und das Erlernen von Verhaltensregeln. Jedes Kind hat ein Glas, wo es für jedes gute Verhalten bestärkt wird indem es eine Münze bekommt. Mit dem Münzen können sich die Kinder am Ende eines Monats etwas „kaufen“ (Sticker, Flummiball,..). Wenn das Kind sich nicht richtig verhalten hat oder eine Regel missachtet hat (ein anderes Kind gebissen hat,..) muss es eine Münze abgeben.

Das Verhalten wird somit positiv verstärkt und wird dadurch erlernt.

Gegen Ende haben wir bei der Krippe geholfen die Kinder zu füttern. Das Team ist uns positiv aufgefallen, alle haben uns herzlich empfangen und waren sehr nett zu uns. Man hat in diesem Kindergarten gemerkt, dass die Erzieher mit den Kindern arbeiten, denn alle Kinder waren respektvoll und haben super mitgemacht. Nachdem Mittagessen sind wir mit Selma und Merijem in den Pausenraum gegangen und haben uns über das bosnische Bildungssystem unterhalten.

Wir waren sehr erschrocken über die langen Wartelisten und das bis jetzt nur jedes 9. Kind in den Kindergarten geht. Es war sehr angenehm mit beiden zu reden, denn beide sind sehr herzlich und lieb.

Freitag, 28. September

Heute waren wir in einem wieder sehr kleinen Kindergarten zu besuch. Der Kindergarten befand sich schräg gegenüber vom Kindergarten Rosica. Auch dieser war wieder in einem Hochhaus untergebracht, deshalb sind die Räumlichkeiten sehr klein und dunkel gestaltet, da wenig Tageslicht in die Zimmer kommt.

Der Kindergarten hat fünf Gruppen, alle wieder altersspezifisch aufgeteilt. Wir durften wieder in jede Gruppe hineinschauen und haben bei den vier Jährigen im Morgenkreis mitgespielt. Die Gruppe der sechs jährigen haben uns eine Geschichte vorgespielt, in der es darum ging, dass ein Mann eine sehr große Rübe hatte und diese nicht alleine hinausziehen konnte, erst mithilfe von mehreren Menschen und Tieren konnte er die Rübe ernten. Anschließend haben wir den Kindern wieder unser Spiel vorgespielt. Danach durften die Kinder uns Fragen stellen, alle Kinder waren sehr interessiert und wollten nicht aufhören.

Nach den Morgenkreisen sind wir zusammen mit den Kindern auf den Spielplatz gegangen.

Montag, 1. Oktober

Heute begann die Kinderwoche in Sarajevo. Wir sind zusammen mit Selma in den Kindergarten ………. gegangen. Dieses Gebäude wurde ausschließlich für einen Kindergarten gebaut und hat keinen anderen nutzen. Der Kindergarten befindet sich in drei Etagen wieder. Die Räume waren unglaublich groß und hell. In jedem Raum gab es bestimmte Ecken, wie die Puppenecken, Forscherecke usw. Auch die Spielsachen waren aufgeräumt als auch geordnet. Anfangs waren in einem Raum wo sich alle Kinder am Morgen treffen. An was wir uns einfach manchmal nicht gewöhnen können und was wir teilweise einfach komisch finden, wenn wir in einen Raum reinkommen und alle Kinder sind mit dem Rücken zu uns gedreht und schauen sich eine Kinderserie im Fernsehen an. Aber das ist hier einfach üblich, da in jedem Raum im Kindergarten ein Fernseher steht. Und so wurden wir auch in diesem Raum begrüßt. Danach ging es gemeinsam zum Frühstück runter in den Essenssaal. Nachdem alle gefrühstückt hatten, es gab Milchreis mit Tee, ging jede Altersgruppe in ihren Gruppenraum. Dort gab es ein kleines Theaterstück von den Erziehern und danach wurde sehr viel getanzt und gesungen, was sehr süß und schön war. 18

Die Kinderwoche in Sarajevo wurde in einem Kinderheim eröffnet. Mit zehn Kinder sind wir dorthin gelaufen. Dort angekommen, waren wir überwältigt von so vielen Menschen. Es gab zwei große Zelte mit Stühlen darunter. Es war so voll, dass unsere Kinder und wir stehen mussten. Es waren viele Politiker und Eltern anwesend.

Am Anfang der Veranstaltung gab es ein paar Reden und dann waren die Kinder dran. Zwei Kindergärten beteiligten sich, ein Behinderten-Zentrum und natürlich das Kinderheim führte etwas auf. Es gab viele Lieder die gesungen wurden aber auch Tänze. Am Schluss tanzten die Waisenkinder den traditionellen Tanz von Bosnien. Danach gab es ein Sandwich für die Kinder und anschließend sind wir wieder zum Kindergarten gelaufen.

Im Kindergarten angekommen verabschiedeten wir uns von den Kindern und saßen noch auf einen Kaffee bei den Kollegen. Die Erzieherinnen waren sehr interessiert an dem deutschen System und fragten uns wie viele Kinder in einer Gruppe sind und wie viele Erzieher. Wir wurden schon öfters danach gefragt und immer wieder waren alle überrascht, dass es weniger Kinder sind aber dennoch mehr Erzieher. Die Frage die daraufhin immer folgt ist, was macht ihr denn dann den ganzen Tag, das ist doch total langweilig. Im Gespräch mit den Erzieherinnen gab es ein sehr trauriger Moment es ging um eine Erzieherin, die während des gesamtes Krieges in Sarajevo gelebt hat. Sie wurde damals von einer Granate getroffen und kann seitdem nicht mehr mit den Kindern arbeiten, da sie schon öfters am Rücken operiert werden musste. Dennoch hilft sie immer wo sie kann und fertigt die Website des Kindergartens an. Doch plötzlich stiegen ihr und Selma Tränen in den Augen und sie ist aufgestanden und hat kurz den Raum verlassen. Selma erzählte uns, dass sie im Krieg ihren damaligen Verlobten verloren hat. Wir beide waren total erschüttert und hatten selbst Tränen in den Augen.

Dienstag, 2. Oktober

Heute waren wir in einem Kindergarten der etwas außerhalb von Sarajevo lag. Selmas Mann hat uns zum Glück dorthin gefahren. Nach 20 Minuten waren wir auch schon dort. Der Kindergarten befand sich in einem großen Gebäude. Zuerst waren wir in der Krippe. Zum ersten Mal sahen wir zwei Erzieherinnen in einer Gruppe, die sich unglaublich liebevoll um die Kleinkinder gekümmert haben. Sie sind auf die Kinder eingegangen und haben mit ihnen gekuschelt oder sie getröstet, wenn sie die Trennung von den Eltern noch nicht überwunden haben. Die Pädagogin, die ebenfalls dabei war, erklärte uns, dass sie dies auch den deutschen Kindergarten nennen, da er dem Aufbau der deutschen Kindergärten ähnelt. Die Erzieherinnen zeigten uns was sie alles mit den Kindern machen und wir waren überrascht, da wir das zuvor noch nicht gesehen haben. Die Spielmaterialien für die Kinder wurden alle selbst gebastelt.

Um 10:00 Uhr war eine große Aktivität mit den Eltern geplant. Und zwar wurden zusammen mit den Kindern Spielsachen gebastelt. Es waren auch zwei Pädagoginnen die zu Gast, die die Eltern aufklärten wie wichtig Spielsachen für Kinder sind und was es für die kindliche Entwicklung bedeutet. Die Kinder als auch die Erwachsenen hatten viel Spaß und es wurden viele verschiedene Spielsachen gebastelt. Es gab ebenfalls einen Raum für die Vorschüler des Kindergartens. Einmal in der Woche kommt eine Lehrerin und macht mit den Kindern eine bestimmte Aktivität. Bevor ein Kind in die Schule kommt muss es an diesem Programm teilnehmen und ein Jahr lang in den Kindergarten gehen, sonst wird es zur Schule nicht zugelassen.

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